Forum » AKTE X » X - Talk » An die Psychologen unter euch

An die Psychologen unter euch

  • 131
    Obwohl wir Mulder und Scully so lieb haben, warum sehen wir sie dann gerne leiden? Gibt es dafür eine wissenschaftliche Erklärung?
    7. Juni 2013 09:34:11 CEST
    0
  • 187
    Also ich bin zwar keine Psychologin, aber da ich ja prinzipiell überall gern meinen Senf dazugeb also auch hier :D

    Ich glaube, dass das fiktive Leiden anderer Menschen (besonders von Charakteren die man wirklich mag) uns eine primitive Genugtuung beschert. Weil wir uns selber halt besser fühlen wenn es anderen schlecht geht (das hier ist nur ne Poppsychologietheorie und von Dieter Nuhr aufgestellt, entscheidet also selbst ob ihr das glaubt) im wahren Leben dürfen wir diese "Gafferfreude" jedoch nicht zeigen, weil das böse wäre. Deshalb gibt es eben Reality Fernsehen oder Fernsehen/Kino wo wir das ohne Schuldgefühle ausleben können.

    Zudem sehen wir sie ja nur gerne leiden weil wir genau wissen das am Ende alles wieder gut wird. Wenn vorm dritten Film rauskommen würde dass M oder S sterben, wir würden schon alle heulen bevor wir im Kino wären und würden den Film nur wegen der Sucht schauen und nicht mehr weils es uns Spaß macht.

    Und das Leiden hat ja auch den Sinn uns an die Sendung zu binden, weil sind wir mal ehrlich wenn bei denen immer alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen wäre hätte die Serie nie solchen Erfolg gehabt. Wär ja voll langweilig gewesen.

    So das sind meine zwei Cents zu dem Thema.
    Ihr sucht immer nach aufregenden FanFictions? Nach einer Autorin, die all eure Fantasien in die fiktive Realität verwandelt? Schlicht einen Ort an dem all die kleinen schmutzigen Wünsche willkommen sind? Dann wartet nicht länger und kommt auf NettyeXtreme.de.to Hier schlägt das Herz für Shipper!
    7. Juni 2013 11:58:26 CEST
    0
  • 3764
    Hey, super Thema. Diese Frage habe ich mir nämlich auch schon öfters gestellt und auch mal einen Thread dazu verfasst, damals mehr in bezug auf Mulder Warum wollen so viele Mulder leiden sehen?
    Bis heute habe ich noch keine wirkliche Antwort darauf gefunden.
    Aber Nettys Gedanken zu dem Thema sind ganz interessant. Bin gespannt auf noch weitere Ansichten.
    7. Juni 2013 14:26:36 CEST
    0
  • Also ich bin auch keine Psychologin aber ich finde Nettys Erklärung sehr gut!

    Ich habe mich auch im Studium mit Kriminalliteratur (was ja ijm Grunde das gleiche ist wie Krimiserien) und deren gesellschaftlicher Funktion beschäftigt und was ich u.a. gefunden habe war, dass es durch Krimis möglich ist, eine Art "Katharsis" zu erleben, d.h. es vollzieht sich eine Art innerer Reinigung durch das Miterleben von (schlimmen) Gefühlen und dem Leiden anderer.
    Zudem basieren Krimis immer auf der gleichen Struktur, dh es gibt Phasen, in der die Helden leiden, aber am Ende wird die "Ordnung" wieder hergestellt, dh der Held überlebt und erholt sich. Dadurch kann der Zuschauer also schlimme Dinge "miterleben" in dem Wissen, dass danach alles wieder in Ordnung sein wird. Das heißt, es findet sozusagen "Voyeurismus in geschütztem Raum" statt.

    So, das waren meine 5 Cent dazu :D
    [IMG]http://content6.flixster.com/photo/30/70/30/3070300_tmb.jpg[/IMG]
    7. Juni 2013 21:15:01 CEST
    0
  • 1461
    ...ich denke Mulder ist im allgemeinen schon so ein verdammt "glatter" und mental sehr starker cooler Typ und wenn er leidet kommt Gefühl durch.
    Das zeigt seine sensible und weiche Seite; mach ihn nahbar...
    Das gefällt mir.
    [center][IMG]http://i192.photobucket.com/albums/z157/jumago/S-2.jpg[/IMG][/center] [center][color=blue][B]X FILES. DIESE EINE LIEBE WIRD NIE ZU ENDE GEHN. WANN WERD ICH SIE WIEDERSEHN?[/B][/color][/center] [center][color=yellow] [B]HAVE A LITTLE FUN TODAY [/center][/color][/B]
    9. Juni 2013 13:14:54 CEST
    0
  • 3606
    Als jemand der mit diesem FanFiction-Genre (primär Torture sowie Hurt/Comfort) nichts anfangen kann, war meine küchen-psychologische Interpretation davon immer, dass das "Leiden" unsere Helden noch heroischer macht (nach dem Motto: "Was dich nicht umbringt, macht dich stärker").
    [url=http://uk.tv.ign.com/articles/891/891953p7.html]"The X-Files was a show about nerds, made by nerds for the enjoyment of nerds."[/url]
    10. Juni 2013 10:04:20 CEST
    0
  • 8
    Also ich denke auch, dass es sie menschlicher macht. Außerdem weiß man ja, dass es hoffentlich ganz am Ende gut ausgeht, bzw. sie zumindest immer noch sich haben.
    ... Sie sind unter uns...
    10. Juni 2013 17:50:39 CEST
    0
  • Der Artikel geht um Gaffen in der Realität, aber ich würde sagen, auch das kann man übertragen, denn immerhin "begaffen" wir ja auch die Hoch und Tiefs unserer Helden:

    Gerd Reimann wird noch deutlicher: "Gaffen ist eine bewusste und aktive Handlung", sagt der Psychologe. Manche Leute würden absichtlich den Ort des Geschehens aufsuchen, um das Leid anderer zu bestaunen. Sie seien von Neugier und Sensationslust getrieben - und von der Suche nach dem emotionalen Kick. Dadurch, dass ein Gaffer aus einer sicheren Distanz heraus beobachten könne und selbst nicht betroffen sei, erlebe er einen Adrenalinstoß, erläutert Reimann.


    (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/katastrophentourismus-im-hochwassergebiet-lust-am-leid-der-anderen-1.1693655)
    [IMG]http://content6.flixster.com/photo/30/70/30/3070300_tmb.jpg[/IMG]
    12. Juni 2013 13:39:28 CEST
    0
  • 352
    Ich bin sogar Psychologin, deshalb gebe ich jetzt mal auch meinen Senf dazu. Aus meiner Sicht greift die "Voyeur" Erklärung zu kurz. Klar gibt es auch diese Anteile, vor allem, wenn wir merken, dass es recht Außergewöhnliches ist, was den Figuren passiert und uns interessiert, was das ist und wie sie damit umgehen. Ansonsten haben wir es neben einfachem Voyeurismus (ich denke da auch an die vielen NC17 MSR Fics :-)) auch mit dem Phänomen der Lustangst zu tun, die uns generell Horrorfilme anschauen lässt. Wir bangen um unsere Lieblingsfigur und die Autoren achten ganz genau darauf, dass der Gruselfaktor und die Entspannung (z.B. durch einen von Muldrs auflockernden Scherzen oder auch eine Prise Romantik) genau abgestimmt sind, um das Maß an Angst zu erreichen, das wir als angenehm empfinden. Weiterhin gehe ich bei dem hohen Anteil weiblicher Fans und Mulder passiert was FanFics auch davon aus, dass wir unbewusst denken, dass der unnahbare Mulder in so einer verletzlichen Situation vielleicht unsere Fürsorge annehmen würde und wir ihm nahe kommen könnten, wo er doch sonst nur Augen für Aliens hat. :-) wir (verkörpert durch Scully, denn wir alle wollen psychologisch gesehen in diesem Moment Scully sein :-)) wollen etwas Besonderes sein, und was gibt es da geeigneteres, als die einzige Person, die ihn wieder gesund pflegt. :-) soweit die Theorie.
    "you do keep me guessing"
    16. August 2015 13:21:33 CEST
    0
  • Ja David Fan deine Erklärung leuchtet mir ein. Bei mir ist es jedenfalls so . Ich habe die Staffeln im dauereinsatz und spul immer vor und zurück . Ganz besonders wenn Mulder leidet oder in Gefahr ist würde ich am liebsten in den Fernseher kriechen und ihm durchs Hasr streicheln
    11. Dezember 2015 13:30:04 CET
    0