Aktuelles Chris Carter Interview

9. Juli 2003    
Die "TNT" Website hat ein neues Interview mit Chris von Mitte Juni, in dem er über die frühere Zeit und die nahe Zukunft von "Akte X" spricht.

"Mit Chris Carter das Unerklärbare entdecken"

von David Martindale

In einer mathematischen Gleichung steht der Buchstabe "X" für das Unbekannte. Darum passt es, dass nach neun ausgeflippten, faszinierenden Staffeln "Akte X", es viele Rätsel gab und Antworten für immer ungreifbar waren. Für die FBI - Agenten, die Fälle des Paranormalen untersuchten, wurden die Verschwörungen immer stärker und die Handlungen ständig dicker. Die bekannte Anfangszeile der Serie versprach, dass "Die Wahrheit irgendwo da draußen ist" - trotzdem schienen die Agenten Fox Mulder (gespielt von David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) niemals fähig, die GANZE Wahrheit zu fassen.

"Weil man nicht annehmen kann, man könnte das Unerklärbare erklären", sagt Chris Carter, der Erfinder und Executive Producer der Serie. "Wenn es darum geht, die großen Fragen des Lebens, der Wissenschaft, der Religion und den großen Zusammenhängen anzugehen, ist es normalerweise so, dass alles, was man entdeckt einfach noch mehr Fragen aufwirft."

Heute feiert die Serie Erfolge in Wiederholungen und auf Video / DVD. Sie besitzt eine leidenschaftliche Anhängerschaft im Internet. Es gab zahllose Fanmagazine, Episodenführer, Trading Cards, Comicbücher, Romane, Actionfiguren und Fanconventions. Alles hat, wie Carter zugibt, seine Erwartungen übertroffen. "Ich wollte einfach eine gute Serie machen", sagt er. "Ich habe nie mehr erwartet. Ich habe mir nie erträumt, dass die Serie ein kulturelles Phänomen werden könnte. Ich wusste, wir würden gute Arbeit leisten, aber alles, was aus dieser guten Arbeit resultierte, war sehr überraschen."

Was nicht überrascht hat, fügt Carter hinzu, ist, dass er `93, als er Duchovny und Anderson gecastet hatte, die richtige Wahl getroffen hat. "David war eine einfache Entscheidung", sagt Carter. "Ich wusste damals noch nicht, wie gescheit er tatsächlich ist, aber ich erkannte, dass er ironisch und lustig ist. Ich suchte nach jemandem ungewöhnlichem, und das war er. Ich sah sofort Mulder in ihm. Aber Gillian Anderson - ich habe viele, viele Schauspielerin gesehen. Es war schwer die Rolle einer jungen Wissenschafterin zu besetzen, jemand mit der Qualität einer Clarice Starling aus "Das Schweigen der Lämmer". Als Gillian hereinkam sah sie ganz anders als jetzt aus. Sie sah aus wie eine Vogelscheuche. Aber ich fühlte, da war eine Person mit der Ernsthaftigkeit, dieser dramatischen Qualität."

Die nächste Hürde, sobald Carter seine zwei Stars gefunden hatte, die es zu überwinden galt, war, sie auf den Fernsehschirm zu bringen. "David stieg zu einem gewissen Punkt aus der Serie aus und musste von unserem Casting Director zurück gelockt werden", erinnert sich Carter. "Und Gillian musste nochmals zurückkommen und für den Sender zweimal vorlesen, denn sie waren sich nicht sicher, ob sie die richtige ist. Aber es hat funktioniert. Ich habe mich jeden Tag selbst für diese Wahl gelobt."

Es war Mitte Staffel 2001-02, als Carter entschloss, es wäre Zeit aufzuhören. Die Serie zeigte Zeichen des Verfalles bei den Einschaltquoten. "Ich wollte nicht einfach aus dem Gedächtnis verschwinden. Darum dachte ich: `Warum nicht jetzt aufhören, während das Geschäft noch stark läuft und die Leute uns hoffentlich vermissen, wenn wir fertig sind ?`" Künstlerisch ist das wesentlich ansprechender als von der Bühne gebuht zu werden. "Oh, nein, ich wollte nie so weggehen."

Man muss noch bemerken, dass das Geschäft nicht tot ist. "Wir möchten noch immer Filme drehen", sagt Carter. "Und auch wenn die Filme nicht an sich von der Mythologie handeln werden, wird es Elemente der Fortsetzung geben. So sehe ich es: Unser Ende ist nicht das Ende; es ist eher der Anfang von etwas anderem."

Text: mysteryfiles.de
Quelle: tnt.tv

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