GA`s Interview bei Desert Island Discs

28. Januar 2003    
Am 12. Januar war Gillian in der Desert Island Discs-Radioshow.

Desert Island Discs ist die beliebteste Sendung auf Radio 4. Das Format ist simpel: Jede Woche lädt Sue Lawley einen Gast ein, der sich acht Platten aussuchen kann, die er auf eine einsame Insel mitnehmen würde.

Am Ende des Interviews die Liste von Gillians Musikauswahl.

Sue Lawley: Meine Schiffbrüchige diese Woche ist eine Schauspielerin. Ihre Kindheit war sehr abwechslungsreich. In jungen Jahren, als einziges Kind eines amerikanischen Paares, lebte sie in London, den Rest ihrer Kindheit verbrachte sie als älterste Schwester in einer Kleinstadt in Amerika.

Nun, nachdem sie die Serie, mit der sie sich einen Namen und die sie reich gemacht hat, hinter sich gelassen hat, ist sie bereit, ihr Talent als Schauspielerin mit einer großen Spanne und Vielseitigkeit zu beweisen. Sie erntete großes Lob als die dem Untergang geweihte Societyschönheit im Film "The House of Mirth" und im Moment spielt sie in West End in einem intensiven Zweiakter, "What The Night Is For".

Sie bekam gute Kritiken, das Stück weniger. Aber wie sie sagt: "Ich hatte schon mein ganzes Leben den Drang zuerst den höchsten Berg zu besteigen." Die Rede ist von Gillian Anderson.

Gillian, Sie hatten auch viel Glück. Ich denke dabei, wie sie die Rolle in "Akte X" bekamen - ein Riesenglück, denn Ihr Casting hing total vom Erfinder Chris Carter ab, nicht wahr?

G: Das ist richtig. Zu dieser Zeit war er gegen die Form und er hat sich wirklich für mich eingesetzt, denn er wollte seinen Charakter so dargestellt gesehen, wie er ihn sah und nicht, wie Hollywood wollte, wie er sein soll.

S: Also tauchten Sie einfach zu diesem Vorsprechen auf und dachten: "Nun, was soll`s, es gibt noch eines, ich habe noch eine Chance" und trafen dort plötzlich diesen Kerl, Chris Carter, der sagt: "Sie sind das, was ich suche." Das muss ziemlich verblüffend gewesen sein.

G: Das war es, aber ich hatte keine Ahnung, nicht nur von dem, in was ich mich da gestürzt habe, sondern auch, was ich eigentlich tat. Ich meine, ich sprach für einen Fernsehpiloten vor. Ich wusste nicht einmal, was Pilotfilme sind. Ich wusste absolut nichts.

S: Wie Sie sagen, es war ein Pilotfilm. Sogar, als Sie den Job bekommen haben, ich glaube, Sie bekamen ihn an einem Donnerstag und die Dreharbeiten begannen am Samstag, musste das ja nicht heißen, dass er in Serie geht.

G: Nein, auch nicht, dass sie neun Jahre lang laufen würde.

S: Mit 24 ist es eine große Sache, für die nächsten fünfeinhalb Jahre zu unterschreiben, oder?

G: Ja!

S: Nun, wir wollen Sie für den Rest Ihres Lebens auf eine einsame Insel schicken. Sie stranden und Sie haben nur diese acht Musikstücke zu Ihrer Gesellschaft. Welches ist das erste?

G: Als erstes habe ich die Rolling Stones mit "You Can`t Always Get What You Want" ausgesucht, was ich mir nicht nur sehr oft im Trailer angehört habe, während ich in den frühen Morgenstunden die Haare und das Makeup verpasst bekam, und wir haben uns davon beschallen lassen, wenn wir uns für die Dreharbeiten fertig machten - es ist auch die Ironie, dass ich oft, als ich andere Dinge wollte, egal ob es dabei um meine Karriere ging oder um Dinge in meinem persönlichen Leben, von denen ich dachte, ich müsste sie haben oder, die ich wollte, letzten Endes kann man nicht immer alles haben.

S: Sie werden froh sein, dass ich nicht vorhabe, Sie zu fragen, ob Sie an Übersinnliches glauben. Wie auch immer, der Grund, warum "Akte X" so erfolgreich war - und es war ein phänomenaler Erfolg in vielen Ländern auf der ganzen Welt - ist, dass eine Menge Leute an das Paranormale glauben. Ich habe gelesen, dass fast 60% der Leute in den USA an ausserirdische Entführungen glauben.

G: Ist das wahr? Das wusste ich nicht.

S: Und ich glaube eine kleine Prozentzahl glaubt schon selbst von Außerirdischen entführt worden zu sein. Aber das ist die Wahrheit, oder? Es fütterte genau diese Art Faszination für das Gruselige.

G: Ich denke ja. Ich denke, es herrschte sicherlich ein Klima dafür, dass die Leute erschreckt und verängstigt werden wollten. Wissen Sie, so wie die Leute sich Halloween-Filme und solches Zeug ansehen. Da schrecke ich zurück.

S: Das hat Sie wirklich beeinflusst, nicht wahr?

G: Ich denke, das würde jeden beeinflussen! Ich meine, wir haben in Vancouver gearbeitet, wo die Sonne wenig scheint, und wir haben zu seltsamen Stunden bei seltsamen Wetter gearbeitet und wir hatte die ganze Zeit mit halbtoten bösen Dämonen zu tun. Wie können sechzehn Stunden am Tag...ich meine, wie kann einen das nicht beeinflussen?

S: Der Rest von uns, der vom Paranormalen nicht angetan ist, wovon wir aber angetan waren, war die Tatsache, dass Sie und Mulder es niemals zusammen geschafft haben. Ein Kritiker sagte einmal, es wäre der längste aufgeschobenen Kuss der Fernsehgeschichte.

G: Nein, schließlich haben wir es getan. Oh ja. Wir hatten ein gemeinsames Kind. Da haben Sie einen riesigen Handlungsstrang verpasst.

S: Aber natürlich, die Ironie dabei ist, Sie wollten nie im Fernsehen arbeiten. Sie wollten im Film und am Theater spielen. Das ist eine große Ironie.

G: Das ist es. Tatsächlich ist es witzig. Ich dachte ziemlich elitär darüber. Ich dachte: "Okay, ich habe seit einem Jahr nicht gearbeitet, ich denke ich gehe da hin und spreche für eine Fernsehserie vor."

S: Aber als es passiert ist, gefiel es Ihnen nicht, oder?

G: Nein. Das Ganze Zeug mit den Medien, das setzt die Lebensqualität herab.

S: Wenn Sie so denken, warum haben Sie früher einmal ziemlich provokative Bilder gemacht. Wir sprechen aber nicht über Playboyausklappbilder.

G: Nein, nein, nein. Darüber reden wir nicht. Nun, das hatte mehrere Gründe. In der ersten Staffel wurde ich schwanger. Als das vorbei war, war es ein bewusster Versuch für mich, zu sagen: "Okay, es gibt noch eine andere Seite an mir. Ich bin nicht nur diese hausbackene..." Das war das eine. Und es war auch, das muss ich zugeben, der Grund, dass ich nicht vorausdachte und nun sehe ich mir diese Fotos an - die Leute reichen sie mir vor dem Bühneneingang - und ich denke nur: "Oh, Gott!" Ich meine, absolut fürchterlich.

S: Erzählen Sie mir etwas über den zweiten Song.

G: Nummer zwei ist Joan Armatrading. Das Lied war in meiner Kindheit ständig um mich und es war immer eines meiner Lieblingslieder von ihr. Es ist "Save Me".

S: Gillian Anderson, was wir an Ihnen faszinierend finden ist, dass wir behaupten können, wir haben einen Teil von Ihnen zum Leben erweckt, da Sie neun Jahre Ihres Lebens in London verbracht haben. Wo haben Sie gewohnt und warum hier?

G: Als wir das erste Mal ankamen, lebten wir in Clapham Common und zogen wir nach Crouch End wo ich die Jahre, die mich geformt haben, verbracht habe.

S: Und warum waren Sie hier?

G: Nun ursprünglich, so heißt es, wollte mein Dad eine Filmschule besuchen. Und er hat meine Mutter gefragt, als wir nach meiner Geburt noch in Chicago waren, ob sie mit ihm nach London oder nach Kalifornien gehen wolle und sie sagte London. Und sie verliebten sich in diese Stadt und blieben und blieben und blieben.

S: Also gingen sie zuerst, wie Sie sagen, in Clapham und dann in Crouch End in die Schule. Es ist anzunehmen, dass Sie damals mit englischem Akzent sprachen.

G: Ja, das war meine erste Sprache. Ich glaube es war damals ein ganz anderer britischer Akzent, als er heute gesprochen wird. Ich glaube er war wesentlich rauer und wesentlich unverständlicher.

S: Wie? Wie meinen Sie das?

G: Ich glaube, ich sprach vielleicht wirklich schnell und murmelte und sprach mit einer höheren, kinderähnlichen Stimme.

S: Waren Sie also eines der Mädchen und Jungen, wie wir alle, oder dachten die, Sie wären etwas seltsam, weil Sie amerikanische Eltern hatten?

G: Ich wurde als Yankee betrachtet und ich war stolz darauf, denn als wir im Sommer zurückflogen, um unsere Familie zu besuchen, flogen wir zurück zu diesen Plätzen voller Süßigkeitengeschäften und zum Sonnenschein und alles schien absolut magisch und ich dachte immer: "Da bin ich!"

S: Was, Sie waren eine Angeberin?

G: Ja, ich war schon immer eine Angeberin.

S: Eine weitere interessante Sache an dieser Periode in Ihrem Leben ist, dass Sie dreizehn Jahre lang ein Einzelkind waren und dann, als Ihre Eltern zurückkehrten, etwas mehr Geld machten, entschlossen sie sich, mehr Kinder zu kriegen. Das muss ein Schock gewesen sein!

G: Es war ein kleiner Schock. Plötzlich, nachdem ich so lange ein Einzelkind war, waren diese zwei neuen kleinen Schnecken, die die ganze Aufmerksamkeit erhielten und ich musste plötzlich Spielzeug hinter ihnen aufräumen und auch noch Babysitten. Das verursachte innerlich ziemliches Rumoren.

S: Ich möchte etwas über dieses innere Rumoren sprechen, aber zuerst spielen wir noch etwas Musik. Nummer drei, was ist es?

G: Es ist eigentlich eine Band, die die vergangenen Jahre, fünf-sechs Jahre, vielleicht zu meiner Lieblingsband geworden ist. Ihre Musik hat Energie, die ihre Wurzeln in meinem Grummeln hat und das sind Radiohead.

S: Sie wurden zum Punk?

G: Ja, das wurde ich.

S: Wie sahen Sie aus?

G: Nun, wissen Sie, das meiste Gewand bekam ich von Gebrauchtwarenläden, deren Umsatz für wohltätige Zwecke bestimmt ist. Und ich trug schwarze dämliche Stiefel mit Oxfordschnallen und ich hatte verschiedenfarbiges Haar und, damals, rasierte ich mir die Seiten meines Kopfes und ich hatte einen Nasenring, den ich im Sommer bekam, als wir in London waren, da war ich, glaube ich, 14. Und ich war eine dieser Kids, die die Straße mit ihrem Freund entlanggeht, eine 1,80m Mohawk, und wenn jemand vorbeiging und man wußte, die würden sich hinter dir umdrehen, und dich anstarren, drehte man sich ebenfalls um und zeigte ihnen den Finger. Ich ging zum Smashdancing, blieb lange auf, und nahm viele Dinge, die man in diesem Alter nicht nehmen sollte.

S: Mit 14 gingen sie dann augenscheinlich in Therapie. Half es?

G: Ja. Ich lebe noch. Und es gab viele Leute auf meinem Weg, Therapeuten und spirituelle Führer, die mich auf diesem Weg begleiteten.

S: Was war das Schlimmste? Wie alt waren Sie?

G: Oh, es gab so vieles, aber das passiert! Die Leute gehen damit verschieden um. Die Leute betäuben sich auf die verschiedenste Weise. Und die Leute zerstören sich auf die verschiedenste Weise. Davon bin ich fest überzeugt.

S: Aber die Sicherheit, die sie hatten, hat sie nicht irgendwie beruhigt?

G: Diese Art der Sicherheit ist keine wirkliche Sicherheit. Es hat NICHTS mit materiellen Werten zu tun.

S: Und haben Sie es schon gefunden?

G: Wahres Glück? Es gab Momente in meinem Leben...Ja, ich wäre nicht fähig das zu sagen, wenn ich es nicht gefunden hätte. Das sind meine persönlichen Erfahrungen.

S: Platte Nummer vier.

G: Das ist ein Lied, das mich immer enorm bewegt hat. Es ist Nina Simones "Strange Fruit".

S: Es ist ein außergewöhnliches Stück, nicht wahr?

G: Sehr außergewöhnlich. Vor allem ist ihre Stimme einfach...das ist ein so bemerkenswertes und bewegendes Instrument, dass sie da besitzt. Auf alle Fälle.

S: Sie gingen in Chicago auf eine Theaterschule. Sie fühlten sich am richtigen Platz. Das passte. Es konnte nichts anderes sein. Schauspielen war offensichtlich etwas, von dem Sie fühlten, dass Sie dafür auf der Welt sind.

G: Ja. Ja.

S: Dann gingen Sie nach New York, wo sie die Straßen in New York abgeklappert haben.

G: Am Ende des Schuljahres gingen wir nach New York und trugen Monologe vor. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich einen Monolog über meinen Vater geschrieben - etwas über eine Parkbank, ich weiß es nicht mehr genau. Da war ein Agent einer sehr guten Agentur da, der zu mir sagte: "Sehen Sie, wenn Sie hier heraus wollen, werden wir Sie vertreten." Und so packte ich all mein Zeug zusammen und fuhr eines Nachts mit meinem Volkswagen Rabbit um 23Uhr los und durch das ganze Land nach New York."

S: Und hatten Sie eine Wohnmöglichkeit, als Sie ankamen?

G: Nein.

S: Und Sie haben kellneriert, denn die Rollen kamen nicht so zahlreich.

G: Nein wirklich nicht. Rückblickend gesehen ist es aber überhaupt nicht wahr, denn tatsächlich hatte ich innerhalb eines Jahres Arbeit.

S: Aber nicht so viel Arbeit, als dass Sie nicht nach L.A. gegangen wären, denn dahin zogen Sie, um wieder die Straßen abzuklappern.

G: Ja. Ich wollte gar nicht dorthinziehen. Ich wollte einen Freund besuchen und plötzlich verkaufte ich mein Rückflugticket und steckte alles in ein Lagerhaus.

S: Platte Nummer fünf.

G: Nummer fünf ist ein Stück von Schubert, dass ich schon seit Jahren liebe. Es rührt mich einfach zu Tränen und das ist Grund genug, es auf eine einsame Insel mitzunehmen, wo ich alleine weinen muss. Es ist "Death and the Maiden".

S: Sie machten "The House of Mirth", die Verfilmung von Edith Whartons Roman...Sie spielen die dem Untergang geweihte Heldin Lily Bart. Sie wurden wieder einmal ausgewählt, weil der Erfinder Terence Davies Sie wollte. Er hat Sie gesehen und er wollte Sie.

G: Nun, was daran so seltsam ist, ist, dass er niemals davor etwas von meiner Arbeit gesehen hat. Er wollte mich treffen, weil er ein Foto von mir in einer Rolle gesehen hat. Da spielte ich eine Frau mittleren Alters, eine alkoholsüchtige Motoradfahrerin. Das war ein Bild aus einem Film.

S: Erstaunlich, denn Sie sollten dies schöne Lady aus der Gesellschaft aus der Zeit König Edwards spielen. Aber er hatte recht. Sie sahen in diesen Gewändern wunderschön aus. Haben Sie sich wohl gefühlt? Sie sahen so aus.

G: Ich habe mich schon immer mit dieser Zeit verbunden gefühlt, emotional wie psychologisch.

S: Und sehen Sie Parallelen? Ich meine, bei Lilys Lebensgeschichte geht es sehr über eine gallante aber mit Fehlern behaftete Frau, die versucht Ihren Weg im Leben zu machen. Es geht um Überleben und, natürlich, überlebt sie nicht.

G: Nun, ich habe keine Zweifel, dass man sich als Künstler solche Themen aussucht, in die man eintauchen kann - ob als Maler oder als Schauspieler - die eine gewisse Resonanz im eigenen Leben haben. Mir ist es bewusst, dass es in vielen der Projekte, die ich mir ausgesucht habe, um Frauen geht, die in irgendeiner Art und Weise mit sich selbst und ihren Gedanken kämpfen.

S: Platte Nummer sechs.

G: Der Titel ist "Love is Everything", denn ich liebe das. Liebe ist alles. Schließlich, wenn wir über den Unterschied zwischen sich unterkriegen lassen und drüberstehen sprechen, kommt dieses Konzept plötzlich sehr, sehr stark ins Spiel.

S: Kommen wir zu Ihrem Stück in West End, "What The Night Is For". Wie ich in der Einleitung gesagt habe, waren die Kritiken nicht großartig, aber es war vor allem das Stück, nicht Sie und Ihr Kollege Roger Allam, das die Kritiken einstecken musste. Wieder geht es darum, den höchsten Berg zu besteigen. Sie haben sich nicht gerade die einfachste Möglichkeit ausgesucht, nach West End zu kommen, es ist ein intensiver Zweiakter.

G: Ich weiß. Mein ganzes Leben ist mit Entscheidungen wie diese gefüllt.

S: Aber wie war das. Nach der ersten Nacht wurde es offensichtlich groß aufgebaut, dann kamen die Kritiken nicht unbedingt so herein, wie Sie es sich gewünscht hätten. Das muss unglaublich bestürzend gewesen sein.

G: Ich weiß nicht, ob unglaublich bestürzend. Ich denke dass wir uns für ein Stück entschieden haben, von dem wir wussten, es würde hier in London eine Art Verunsicherung verursachen, einfach auf Grund des Themas und wie unbehaglich es manche Leute fühlen lässt.

S: Erinnerungen an alte Lieben? Warum ist das schwer verdaulich?

G: Nein, es geht um einige hart Wahrheiten, ob jemand in seiner aktuellen Partnerschaft glücklich ist oder nicht. Und wenn man mit seinem Ehapartner, mit dem man seit Jahren verheiratet, und davon 18 Jahre unglücklich ist, ins Theater geht, dann fühlt man sich, wenn man neben ihm sitzt unbehaglich.

S: Also gibt es hier sowas wie eine Problemtherapie. Und Sie denken, nicht wahr, Sie scheinen uns Briten zu unterstellen, das nicht auszuhalten.

G: Vielleicht. Aber was ich wirklich meine ist, dass die Art des Dialoges, die in dem Stück von diesen Dingen handeln, in Großbritannien nicht so diskutiert werden wie in Amerika.

S: Und wie ging es Ihnen mit dem Erlebnis, auf der Bühne zu stehen?

G: Es war absolut außergewöhnlich. Die Proben waren absolut kreativ belebend und was das Faszinierende daran ist, ist das Zusammenspiel mit dem Publikum.

S: Platte Nummer sieben.

G: Ich habe dieses Album schon einige Jahre, aber dieser Song ist im Moment für mein leben sehr bezeichnend und es ist sehr romantisch und melancholisch. Es ist Roberta Flacks "Hey, That`s No Way To Say Goodbye".

S: Es geht dabei sehr um Romantik und Liebe. Bedeutet das, das etwas läuft? Gibt es da im Moment jemanden?

G: Äh, ja.

S: Sie sind also eine Frau, die gelernt hat selbstsicher zu sein. Sie haben auf alle Fälle gelernt mit sich selbst und mit den Wechselfällen des Lebens umzugehen. Sie würden auf der einsamen Insel also überleben, nicht wahr?

G: Oh, absolut. Ich bin in solchen Situationen wirklich sehr, sehr gut. Ich weiß wie man Feuer macht, sich eine Unterkunft baut und auf mich aufzupassen.

S: Bis Sie natürlich von feindlichen Aliens oder so entführt werden.

G: Ich habe keine Zweifel, dass ich, nach ein paar Jahre auf der einsamen Insel, ich täglich darum beten würde, von etwas entführt zu werden, und es wäre ganz egal welche Größe oder Form es hat.

S: Erzählen Sie mir etwas über Ihre letzte Platte.

G: Die letzte Platte ist von meinem Lieblingskünstler, Jeff Buckley. Das Original stammt von Leonard Cohen. Es heißt "Hallelujah".

S: Nun, Gillian, wenn Sie nur eine dieser 8 Platten auf Ihre einsame Insel mitnehmen könnten, welche würden Sie wählen?

G: Jeff Buckleys "Hallelujah". Ganz klar.

S: Nun, was ist mit Ihrem Buch? Wir geben Ihnen die Bibel, sie liegt da auf dem Strand, und die kompletten Werke von Shakespeare warten auf Sie. Aber wenn Sie ein Buch wählen könnten, welches wäre das?

G: Icb würde ein Buch von Eckhart Tolle, "The Power of Now", wählen. In dem geht es darum, wie Glück in diesem Moment gefunden werden kann.

S: Gillian Anderson, danke sehr für Ihre Platten.

G: Danke, dass ich eingeladen war. Es hat Spaß gemacht.

Die Plattenliste:

1. "You Can?t Always Get What You Want"/Rolling Stones; CD Titel: Hot Rocks 2
2. "Save Me"/Joan Armatrading;CD Titel: Joan Armatrading
3. "Exit Music for a Film"/Radiohead;CD Titel: Ok Computer
4. "Strange Fruit"/Nina Simone;CD Titel: Feeling Good - The Very Best of Nina Simone
5. "Part of Death and the Maiden"/Amadeus Quartet;CD Titel: Death and the Maiden/Hunt Quartet
6. "Love is Everything"/Jane Siberry; CD Titel: When I Was a Boy
7. "Hey, That?s No Way to Say Goodbye"/Roberta Flack; CD Titel: First Take
8. "Hallelujah"/Jeff Buckley; CD Titel: Grace

Text: www.mysterynews.de

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