Californication: Interview mit David Duchovny


 
Worum geht es im Wesentlichen in der Serie „Californication`?
„Californication` ist eine Komödie – aber es ist keine Sitcom und nicht „Sex And The City`. Hanks Welt ist düsterer auch wenn er ein sehr schönes Leben mit vielen Partys und Frauen hat. Er hat eine Phase in seinem Leben in der er die Orientierung verloren hat und sich mit den elementaren Dingen des Lebens auseinandersetzen muss.

Wie war Ihre erste Reaktion nachdem Sie das Drehbuch gelesen hatten?
„Californication` erinnerte mich an Komödien die ich in den 70er-Jahren gesehen hatte wie „Shampoo` oder „Blume In Love`. Das waren Sex-Komödien für Erwachsene mit brillant geschriebenen Dialogen. Meine Frau war besorgt über den Charakter den ich darstellen sollte. Nachdem sie die erste Folge gesehen hatte meinte sie nur ich hätte es geschafft einen
richtig sympathischen Kerl aus Hank Moody zu machen. Wir mögen Hank weil er genau weiß was er tun sollte aber unfähig ist das Richtige zu tun.

Wie haben Sie sich auf die Rolle des Hank Moody des alkoholkranken desillusionierten Schriftstellers vorbereitet?
Ich versuche das Menschliche an der Person herauszuarbeiten. Denn nur dann können wir diese Person auch mögen und nachvollziehen was sie bewegt. Hank ist kein böser Mensch er versucht nur in seinem verwirrten Zustand irgendwie zurechtzukommen. Er ist auch kein Alkoholiker er trinkt nur ein wenig zu viel.

Hank ist ein richtig ehrlicher Mensch – finden Sie das gut an ihm?
Seine Aufrichtigkeit inspiriert mich. Er ist wie Charlie Chaplin in „Der Tramp` der tragische Held der nichts mehr zu verlieren hat. Hank hat seine Familie und seine kreative Schaffenskraft verloren und irgendwo auch sich selbst. Das bringt ihn dazu einfach rücksichtslos die Wahrheit zu sagen. In der Realität ist diese Ehrlichkeit fast unmöglich. Deswegen lieben wir Komödien so sehr.

Könnte „Californication` auch in Europa oder einem anderen Land stattfinden?
Ja absolut. Hank lebt eine Art „amerikanischen Traum” als Autor wie Fitzgerald oder Faulkner es getan haben die ebenfalls ihre Geschichten an Hollywood verkauften. Das ist universell und kann überall auf der Welt passieren.

Sie sind selbst Vater von zwei Kindern. Ist Hank ein guter Vater?
Wir führen in unserer Gesellschaft viele Diskussionen über die richtige Erziehung von Kindern und dann kommt Hank der das Gegenteil von dem macht was man von einem guten Vater erwartet. Aber seine Tochter hat trotzdem Vertrauen zu ihm. Vielleicht weil er absolut ehrlich ist und seine Familie nie anlügt.

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