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Stuttgart - Nach langer Zeit gibt es mal wieder ein Interview mit dem Aktee X - Darsteller Robert Patrick.
Der Schauspieler spricht im ersten Teil unserer Übersetzung auf seiner offiziellen Homepage über den Film "Walk the Line", welcher mittlerweile mit 3 Golden Globes ausgezeichnet wurde und über seine weiteren Filmrollen.
Als einer von Hollywood´s meist beschäftigten Schauspielern war Robert in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen. Dabei verwandelte er sich selbst jedesmal komplett in den Charakter. Ob er nun Vernon Presley in der CBS Miniserie "Elvis" spielte, den klassischen Schurken in dem kommenden Film "The Marine" oder einen Pedophilen in der Season Premiere von "Law & Order: SVU", wir wissen nie was wir von diesem vielseitigen Schauspieler erwarten sollen.
Diesen Herbst kehrt Robert als Ray Cash in die Kinos zurück, den Vater der Country Legende Johnny Cash im Fox Film "Walk the Line". Der Streifen zeigt Joaquin Phoenix als den legendären Sänger und Reese Witherspoon als dessen Frau sowie musikalischen Partner, June Carter Cash.
Für Fans von Country Music und Rock´n´Roll, personifiziert Johnny Cash den wahren Geist des Rebellen und Jedermann´s Probleme. 1969, sein produktivstes Jahr, verkaufte Cash 6,5 Millionen Platten - mehr als irgend ein einzelner Künstler jemals in einem einzigen Jahr verkauft hatte. Er wurde der gefragteste Künstler seiner Zeit und brachte sogar mehr ein als die Beatles.
Die Filmemacher entwickelten dieses Projekt innerhalb von sieben Jahren und waren in der Lage eng mit Johnny und June Carter Cash zusammen zu arbeiten, bevor sie 2003 starben. Alle Schauspieler für diesen Film wurden sorgfältig ausgewählt, basierend auf den einzigartigen Talenten, die sie in die Rollen einbringen konnten. Robert Patrick traf Joaquin Phoenix wieder, mit dem ihm eine enge Freundschaft verbindet ("Ich betrachte ihn als Bruder"), seitdem die Beiden "Ladder 49" (2004) zusammen drehten.
Robert Patrick sprach mit Vanessa Torres von Safesearching in seinem Büro in den Hollywood Hills über sein aufregendes Jahr,
SS: Was für ein Jahr! Sie spielten in zwei Projekten mit, die amerikanische Pop-Kultur Ikonen darstellen. Welche Herausforderungen gibt es, wenn man die Leben solch berühmter Menschen porträtiert ?RP: Wenn man an einem Projekt arbeitet, dessen Gegenstand so faszinierend ist und im Bewusstsein der Öffentlichkeit steht, dann widmet man sich anderen Angelegenheiten, als wenn man eine erfundene Figur spielt, von der zuvor noch nie jemand etwas gehört hat.
Die Arbeit an „Walk the Line“ habe ich angefangen in Memphis, Tennessee und ich bin den ganzen Weg rausgefahren zum Haus von Johnnys Kindheit – eine ziemlich baufällige Hütte. Ich versuchte mit einem Teil Amerikas in Kontakt zu kommen, der nicht mehr existiert; Menschen, die die grosse Depression überlebt hatten, wirklich hart arbeitende Menschen, die weder unseren Luxus noch unsere heutige Lebensqualität kannten.
Als Elvis Fan nutze ich die Gelegenheit Graceland zu besuchen während ich in Memphis war, und ich sah das extreme Gegenteil (von Johnny Cashs Erfahrung): die exzessive Masslosigkeit, die mit dem Erfolg kommt. Meine Familie kam mit nach Memphis und wir fuhren nach Tupelo und sahen Elvis Geburtsort... Einerseits war ich also „im Kopf“ von Ray Cash, andererseits war ich ein gewöhnlicher Tourist auf den Spuren von Elvis. Ich wusste nicht, dass ich Elvis Dad spielen werde. Es war einige Zeit später, als mir angeboten wurde, Vernon Presley zu spielen; ich denke dem Ganzen haftet etwas Ironisches an.
Ich wuchs im Süden auf und hörte währenddessen die Musik beider Sänger, ich war unglaublich begeistert davon. Was für ein Glückspilz bin ich, dass ich nun ihre Väter spielen kann! Es sind beides amerikanische Legenden und Ikonen und so verschieden wie ihre Väter. Ich bin fasziniert von amerikanischer Nostalgie und insbesondere von dieser Epoche, in der die beiden aufwuchsen; von den damaligen Werten und den damaligen Charaktertypen.
SS: Nachdem Sie Nachforschungen über beide Männer betrieben haben, haben Sie irgendwelche Gemeinsamkeiten in deren Erziehung angetroffen?
Es gibt Gemeinsamkeit in der Erziehung. Beide hörten Gospel Musik. Beide waren gläubig und unter harten Bedingungen im Süden aufgewachsen. Beide hatten einen Bruder im jungen Alter verloren und ich glaube beide hatten ein engeres Verhältnis zu ihren Müttern (natürlich war Elvis in dieser Hinsicht etwas extremer). Beide dienten im Militär, beide kamen heraus bei „Sun records“ und sowohl der Vater von Johnny als auch der von Elvis waren distanzierte, abgebrühte Männer.
Vernon Presley haftet etwas mehr dandyhafteres an als Ray Cash. Ray hatte sich um 7 Kinder zu kümmern und Vernon hatte nur Elvis. Er war, meiner bescheidenen Ansicht nach, kein allzu harter Arbeiter... kein Baumwollpflücker, kein Farmpächter wie Ray Cash. Ray Cash war ein engagierterer Vater... er musste wirklich heraus ins harte Leben um sich seinen Unterhalt zu verdienen. Vernon war eher angewiesen auf Sozialeinrichtungen. Sie hatten eine sehr unterschiedliche Arbeitsmoral.
Der zweite Teil folgt in der kommenden Woche. Quelle: Jörg Winkler und Miriam Vögele für xfiles-mania.de / safesearching |